25. August 2011

Richtiger Umgang mit der Klimaanlage

GTÜ gibt Tipps zum richtigen Umgang mit der Klimaanlage.

Wenn die Temperaturen auf über 25 Grad klettern, steigt auch das Unfallrisiko im Auto, denn bei starker Körpererwärmung stellen sich zahlreiche Risikofaktoren ein. Dazu gehören eine verminderte Konzentration, geringere Sehschärfe, Müdigkeit und nachlassendes Reaktionsvermögen. Beginnt bei großer Hitze die Luft über dem Asphalt zu flimmern, ist bei vielen Autofahrern die Stimmung gereizt und der Fahrstil deutlich aggressiver. Darauf weist die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) hin.

Schon wegen der zunehmenden Unfallgefahr bei Hitze ist es umso begrüßenswerter, dass sich die Klimaanlage vom einstigen Luxusartikel zum alltäglichen Gebrauchsgut in rund 90 Prozent aller neuen Fahrzeuge etabliert hat. Auf Knopfdruck wird ein äußerst wirksamer Kühlkreislauf in Bewegung gesetzt, der ähnlich einem Kühlschrank funktioniert.

Die richtige Bedienung der Klimaanlage ist für die optimale Wirksamkeit entscheidend. Nach Möglichkeit sollte das Fahrzeug bei großer Hitze immer im Schatten geparkt werden, denn bei intensiver Sonneneinstrahlung steigt die Temperatur im Fahrzeug um ein Grad Celsius pro Minute, erläutert die GTÜ,

Niemals dürfen Kleinkinder und Tiere in „heißgeparkten“ Fahrzeugen bleiben, weil schon zehn Minuten in allzu aufgeheizten Innenräumen zu einem lebensgefährlichen Kreislaufkollaps führen können.

Es ist außerdem ratsam, das Lenkrad mit einer hellen Abdeckung abzudecken. Notfalls helfen auch Handschuhe beim Steuern, bis die überhitzten Flächen durch Lüftung akzeptabel abgekühlt sind.

Das Fahrzeug ist vor Fahrtantritt gut zu lüften. Dafür werden alle Türen, Fenster und – wenn vorhanden – das Schiebedach geöffnet. Die Klimaanlage sowie das Gebläse stellt der Fahrer zu Beginn am besten auf Maximalleistung und auf Umluftbetrieb.

Nach rund dreiminütiger Abkühlphase während des Fahrbetriebs sollte die Klimaanlage gedrosselt werden. Bei manuellen Anlagen, die stets auf Vollkühlung arbeiten, geschieht dies nur unökonomisch durch Warmluftbeimischung.

Die Differenz zur Außentemperatur sollte höchstens acht Grad betragen. So lassen sich Kreislaufprobleme beim Aussteigen in die Hitze vermeiden.

Vor Fahrtende sollte die Klimaanlage rechtzeitig abgeschaltet werden, das Gebläse jedoch noch weiterlaufen, um Kondenswasserbildung am Verdampfer zu vermeiden. Dies könnte sonst langfristig eine übelriechende Keimansiedlung fördern und eine Desinfektion des Verdampfers im Innenraum erforderlich machen.

Klimaanlagen können relativ hohe Kältemittelverluste durch Undichtigkeiten aufweisen. Die GTÜ empfiehlt deshalb wöchentlich einen mindestens zehnminütigen Betrieb der Klimaanlage, um das Kältemittel im Kreislauf zu halten. Dies schützt die Dichtungen des Kältegeräts vor Austrocknen.

Im Jahresrhythmus sollte die Klimaanlage vom Fachbetrieb auf etwaige Verluste überprüft und gegebenenfalls Kühlmittel nachgefüllt werden.

Der tatsächliche Spritmehrverbrauch bei Zuschaltung der Klimaanlage lässt sich nicht so einfach beziffern. Entsprechende Tests kamen nach GTÜ.Angaben zu sehr weit gespannten Ergebnissen von „nicht messbar“ bis zu drei Liter je 100 Kilometer. Bei Fahrten in der Stadt liegt der Verbrauch aber auf jeden Fall deutlich höher als auf der Autobahn. Ebenso führen manuelle Klimaanlagen in schwächer motorisierten Kleinwagen zu deutlich höheren Verbrauchswerten als halb- oder vollautomatische Klimaanlagen mit elektronischer Regelung in leistungsstärkeren Fahrzeugen. Die höhere Motorleistung bedingt bereits einen höheren Basisverbrauch, so dass sich der Mehrverbrauch aufgrund der zugeschalteten Klimaanlage relativ niedrig auswirkt. Zum Vergleich: Bei Tempo 80 – 100 km/h wirken sich allein schon geöffnete Seitenfenster durch den damit verbundenen Luftwiderstand mit 0,2 Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer aus. (ampnet/nic)

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