9. Januar 2013

KPMG-Umfrage: Sinneswandel bei der Antriebsart der Zukunft

Elektroauto wird mit Strom versorgt

Die reine Elektroauto-Zeit wird noch auf sich warten lassen. Foto: Nissan/Auto-Reporter.NET

Wollen Autohersteller und Zulieferer auch künftig den sich verschärfenden Marktbedingungen Paroli bieten, müssen sie ihre Geschäftsmodelle überdenken. Nur so sichern sie langfristig ihr Überleben. Existenzielle Entscheidungen stehen an, wie eine internationale Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter 200 Vorständen und Geschäftsführern von Unternehmen der Automobilbranche ergab. Sie waren aufgefordert, die aktuelle Lage und die Aussichten der Branche einzuschätzen.

Neue Geschäftsfelder kontra Nische

Die von Autobauern und Zulieferern in Kürze zu stellenden Weichen könnten zahlreicher kaum sein. Massive Herausforderungen gebe es für sie derzeit „an allen Ecken und Enden“, so Mathieu Meyer, Global Head of Automotive bei KPMG. Dabei ginge es nicht nur um die Frage, auf welche Antriebstechnologie man setzt. Auch über den Entwicklungs- und Produktionsstandort von Fahrzeugen müsse entschieden werden und ob oder in welchem Umfang Mobilitätsdienstleistungen angeboten werden sollten. Die bislang traditionellen Grenzen zwischen Herstellern, Zulieferern und Dienstleistern sieht Meyer zusehends verwischt: „Jedes einzelne Unternehmen steht vor der schwierigen Entscheidung, ob es den Vorstoß in neue Geschäftsfelder wagen soll oder besser beraten ist, sich stärker auf eine bestimmte Nische zu konzentrieren.“

Sinneswandel bei künftigen Antriebstechnologien

Als zweifellos wichtigste und am schwierigsten zu beantwortende Frage ist die nach der künftig dominierenden Antriebsart. Hier hat die Umfrage einen Sinneswandel ausgemacht. Jeder dritte befragte Experte (36 %) erwartet in den kommenden fünf Jahren die stärkste Nachfrage nach Plug-in-Hybriden, nachdem im vergangenen Jahr noch konventionellen Hybridfahrzeugen die besten Verkaufschancen eingeräumt worden waren. Dass rein batteriebetriebene Fahrzeuge bei der Kundennachfrage dominieren, glauben inzwischen nur noch elf Prozent; im vergangenen Jahr waren es noch 16 Prozent der Befragten.

Herkömmliche Antriebe haben noch lange nicht ausgedient

Die von den Herstellern in jüngster Zeit auffallend große Betonung der Förderung auch herkömmlicher Antriebsarten fand in der Umfrage gewissermaßen ihre Fortsetzung. So setzten inzwischen wieder mehr Fachleute darauf, dass in den kommenden fünf Jahren verstärkt Geld in eine weitere Verbesserung der Verbrennungsmotoren fließen wird. Das unterstreiche die Verunsicherung bei der Frage des künftigen Antriebs, sagte Mathieu Meyer und stellte infrage, ob die vorhandene Infrastruktur die vermutete Nachfrage nach Plug-in-Hybriden überhaupt gestatte. Nicht nur dass es bislang wenige Aufladestellen gibt. Es wird auch angezweifelt, ob Regierungen angesichts der gegenwärtigen allgemeinen Wirtschaftslage bereit, den Aufbau eines solchen Netzes zu subventionieren. (Auto-Reporter.NET/arie)

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