13. Februar 2013

GTÜ und ACE testen 16 Sommerreifen

Die Test-Ergebnisse des Sommerreifentestes

GTÜ-Sommerreifentest. Foto: Auto-Medienportal.Net/GTÜ

Bald ist es wieder an der Zeit, auf Sommerreifen zu wechseln. Wer sich für neue Pneus entscheidet, findet bei Reifenhändlern und in Autohäusern eine nahezu unüberschaubare Auswahl. Das gilt besonders für die Dimension 195/65 R 15, die noch vor wenigen Jahren zur Grundausrüstung sehr vieler Autos gehörte. Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) hat gemeinsam mit dem Auto Club Europa (ACE) 16 Reifen dieser Größe einem Praxistest unterzogen. Erneut zeigt sich: Nicht der teuerste Reifen ist automatisch der Beste.

Klarer Sieger mit dem GTÜ-Urteil „sehr empfehlenswert“ ist der Dunlop Sport Blu-Response, der für rund 340 Euro (Komplettsatz) im Handel erhältlich ist. Er glänzt mit dem absolut kürzesten Bremsweg auf nasser Strecke. Der ebenfalls leicht rollende, aber auch günstigere Nexen N Blu Eco (ca. 298 Euro) brauchte im Test aus Tempo 100 ganze acht Meter mehr bis zum Stillstand.

Auf Platz 2 landet der preiswerte Vredestein Sportrac 5 (rund 296 Euro), der mit ebenfalls sehr homogenen Leistungen überrascht. Gegenüber dem Spitzenreiter fehlen jedoch ein paar Punkte beim Nassbremsen und im Rollwiderstand. Vredestein gehört übrigens zu dem hierzulande noch weitgehend unbekannten Konzern Apollo, der mit dem neuen Alnac 4G (ungefähr 252 Euro) ebenfalls im Test vertreten ist. Mit guten Reserven im Nassen und gutem Bremsvermögen auf trockener Bahn genügt auch dieser Reifen den Anforderungen an die Fahrsicherheit. Die Handlingeigenschaften könnten etwas besser und der Rollwiderstand etwas geringer sein.

Den dritten Platz darf sich der Continental Premium Contact 5 (338 Euro) mit dem Goodyear Efficient-Grip Performance (328 Euro) teilen. Der Conti ist einen Hauch resistenter gegen Aquaplaning und generell sehr gutmütig zu fahren, der Goodyear bremst dafür auf trockener Straße besser.

Auf dem fünften Platz findet sich der ebenfalls neu entwickelte Bridgestone Turanza T001 (320 Euro), der das Prädikat „sehr empfehlenswert“ mit erhöhtem Rollwiderstand nur um einen einzigen Punkt verfehlt. Ebenso viele Punkte erreicht der Hankook Kynergy Eco (332 Euro) mit einem Vorsprung in der Disziplin Rollwiderstand, die er jedoch durch etwas schlechtere Leistungen auf trockener Straße wieder verspielt.

Knapp dahinter rangieren Nokian Line (274 Euro) und Semperit Speed-Life (298 Euro), wobei der Semperit in den Aquaplaningversuchen durch extrem gute Leistungen auffällt. Allerdings ist das Bremsvermögen auf nasser Straße alles andere als optimal. Unzureichend verzögern in dieser Disziplin auch der letztplatzierte Nankang XR 611 (242 Euro) und der Falken Ziex ZE 914 Ecorun (300 Euro). Der Falken bekommt dank guter Umweltwerte und günstigem Preis eben noch so das Prädikat „empfehlenswert“ und mischt sich damit unter so bekannten Markenreifen wie Fulda Eco Control HP (306 Euro), Pirelli Cinturato P1 (320 Euro) und Michelin Energy Saver Plus (356 Euro). Diese Reifen zeigen solide, wenn auch nur durchschnittliche Leistungen.

Am Ende des Feldes finden sich zwei Reifen mit dem Prädikat „bedingt empfehlenswert“ wieder: zum einen der Firestone TZ 300 (292 Euro), der aus seinen hohen Rollwiderstand keinen Hehl macht, bei Nässe und bei Trockenheit aber mithalten kann, sowie der Nexen N Blue Eco (298 Euro), der den Spagat zwischen gutem Rollwiderstand und genügend Nasshaftung nicht beherrscht und zudem auf trockener Straße nur unzureichend verzögert.

Auch ein „nicht empfehlenswert“ gibt es beim GTÜ-Sommerreifentest: Der Nankang XR 611 (242 Euro) bietet erschreckend schlechte Aquaplaningeigenschaften und generell sehr wenig Haftung auf nasser Fahrbahn.

Eine gewisse Entscheidungshilfe und auch Schutz vor qualitativ minderwertigen Reifen soll das Ende 2012 eingeführte Reifenlabel bieten. Der auffällige Aufkleber mit den drei Kategorien „Nassgriff“, „Rollwiderstand“ und „Geräusch-Emission“ kann aber auch zu Irritationen führen.
Kein Hersteller will in den drei offensichtlichen Kriterien schlecht aussehen. Da ein guter Reifen jedoch weitaus mehr Ansprüche erfüllen muss und der Reifenhersteller die Einstufung selber vornimmt, ist das Label als alleiniges Entscheidungskriterium kaum geeignet, findet nicht nur die Gesellschaft für Technische Überwachung. Wirklichen Aufschluss über die Qualitäten eines Reifens liefert nur ein ausführlicher Reifentest. Insgesamt zwölf Versuche durchläuft ein Reifen im Test von GTÜ und ACE, darunter natürlich auch die Label-Kategorien. (ampnet/jri)

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