2. März 2013

Hyundai und Kia großer europäischer Wirtschaftsfaktor

Die Hyundai Motor Group (HMG) mit den Marken Hyundai und Kia hat sich zu einem großen Wirtschaftsfaktor in der europäischen Automobilindustrie entwickelt. Das Unternehmen stellt inzwischen europaweit über 268 000 Arbeitsplätze. Hyundai und Kia zahlen inklusive Steuern und Zöllen jährlich Abgaben von rund 1,7 Milliarden Euro. Das ergab eine Studie des renommierten britischen Instituts London Ecomomics, die Hyundai in Auftrag gegeben hat. Das Institut wertete zahlreiche öffentlich verfügbare, aktuelle Unterlagen von Regierungen, Wirtschaftsverbänden, Beratungsunternehmen und Hochschulen sowie von Einrichtungen der Europäischen Kommission aus.

Erheblichen Anteil an der wirtschaftlichen Bedeutung der beiden Unternehmen in Europa haben die Werke im tschechischen Nošovice (Hyundai) und im slowakischen Žilina (Kia), die mit einer jährlichen Produktionskapazität von zusammen rund 600 000 Fahrzeugen etwa 7345 Beschäftigten einen Arbeitsplatz bieten. Mit Milliardeninvestitionen errichtet, beträgt die aktuelle Bruttowertschöpfung (BWS) – diese volkswirtschaftliche Kennzahl gibt den Wert aller Waren und Dienstleistungen eines Unternehmens abzüglich der Vorleistungen an – bei einem Jahresumsatz von rund 6,5 Milliarden Euro nahezu 800 Millionen Euro. Bedeutend sind auch die Einkäufe der beiden Fertigungsanlagen: Sie summieren sich auf etwa 4,8 Milliarden Euro pro Jahr, von denen 3,4 Milliarden Euro oder 72 Prozent auf in Europa gefertigte Produkte entfallen. Die Fahrzeugproduktion der HMG in Europa sichert damit der Studie zu Folge weitere 18 000 Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie. Deren jährliche BWS aus der Zusammenarbeit mit Hyundai und Kia wird auf etwa 835 Millionen Euro geschätzt.

Die Aktivitäten in Europa gehen weit über die Fertigung hinaus: Die Wertschöpfungskette reicht von der Forschung und Entwicklung im technischen Zentrum beider Marken in Rüsselsheim über das Design – kreiert von jeweils einem internationalen Team an zwei Studio-Standorten in der Bundesrepublik – bis hin zum Vertrieb. 66 000 Mitarbeiter werden von Hyundai und Kia in Europa direkt beschäftigt oder sind in die Aktivitäten in den vor- und nachgelagerten Märkten eingebunden.

Auch die wirtschaftliche Bedeutung hat stetig zugenommen: Allein das Vertriebsnetzwerk der HMG-Firmen, das alle EU-Mitgliedsstaaten sowie die EFTA-Länder Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz erschließt, trägt mit jährlich etwa zwei Milliarden Euro zum europäischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Die gesamte BWS von Hyundai und Kia inklusive aller Zulieferer auf dem Kontinent beläuft sich auf rund 3,9 Milliarden Euro pro Jahr. Nach einem Rechenmodell der OECD generiert dieser BWS-Wert eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von elf Milliarden Euro. Dies wiederum entspricht 202 000 Arbeitsplätzen.

Hyundai und Kia sind seit über 20 Jahren auf dem europäischen Automobilmarkt aktiv und konnten 2012 entgegen des allgemeinen Trends weiter zulegen. Während der Gesamtmarkt in Europa um 7,8 Prozent abnahm, wuchs Hyundai im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent auf 432 000 Pkw-Neuzulassungen und die Schwestermarke um 14,6 Prozent auf 337 000 Fahrzeuge. Der europäische Marktanteil stieg auf 3,5 Prozent (Hyundai) und 2,7 Prozent (Kia). (ampnet/jri)

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