5. März 2013

Worauf bei der Autopflege nach dem Winter zu achten ist

Nach einem sonnenarmen Winter mit ziemlich eisigem Finale ist es nun an der Zeit, das Auto aufs Frühjahr vorzubereiten. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung gibt praktische Tipps, was beim Fitnessprogramm fürs Fahrzeug zu beachten ist.

Volkswagen wird gewaschen

Autopflege nach dem Winter. Foto: dpp/Auto-Reporter.NET

Rein in die Waschstraße. Ist selbstverständlich. Das Komplettprogramm in einer gepflegten, modernen Waschanlage mit Unterbodenwäsche sorgt für Sauberkeit auch an schwer zugänglichen Stellen, damit dort nicht Feuchtigkeit versetzt mit Streusalz dem Rost übers Jahr hinweg unnötig Vorschub leisten. Die Folgen sind oft erst Jahre später zu sehen, dafür umso gravierender, wenn bei der Hauptuntersuchung Korrosion an Karosserie und funktionsrelevanten Teilen zu beanstanden ist, die bei guter Pflege vermeidbar gewesen wäre.

GTÜ Tipp: Nicht immer halten die Anlagen, was sie versprechen. Prüfen Sie nach dem Waschdurchgang, ob die Düsen den Fahrzeugboden tatsächlich wirkungsvoll gereinigt haben.

Vollreinigung für den Motor. Ist sinnvoll. Ein Blick unter die Motorhaube zeigt an, wie notwendig nach dem Winter eine Motorwäsche ist. Dampfstrahler sind das Mittel der Wahl, deren Wirkung durch vorheriges Einsprühen des Motors mit Kaltreiniger verstärkt wird. Eine anschließende, dauerhafte Konservierung des Motorraums mit Schutzwachs wird von vielen Automobilherstellern empfohlen. Aber Vorsicht. Teure Elektronik ist in Gefahr, wenn Sie aus zu kurzer Distanz direkt auf die Teile sprühen. Der Funktionsausfall von Steuergeräten oder die ebenfalls mögliche Beschädigung von Schläuchen und Leitungen bedeuten unmittelbare Betriebsgefahr.

GTÜ-Tipp: In der Hand von Laien können Dampfstrahler mehr Schaden als Nutzen anrichten. Wenn Sie sich ihrer Sache nicht sicher sind, lassen Sie besser den Profi ran.
GTÜ-Tipp: Wenn die maschinelle Felgenreinigung ein blitzblankes Ergebnis geliefert haben sollte, empfehlen die GTÜ-Experten Nacharbeit von Hand, damit nicht eingebrannter Bremsstaub auf Dauer nahezu unauslöschliche Spuren auf den Alus hinterlässt.

Spezialbehandlung für die Felgen. Gehört dazu. Felgen vor dem Waschgang mit speziellem, säurefreiem Reiniger einsprühen. Die GTÜ hat zusammen mit der Auto Zeitung im vergangenen Herbst zwölf handelsübliche Reiniger getestet. Als einzig sehr empfehlenswert erwies sich das P21S Felgen-Reiniger Power Gel von Dr. Wack. Die Prüfer benoteten im Test nicht nur die Reinigungswirkung der Produkte, sondern auch deren Materialverträglichkeit bezüglich Metall, Gummi, Polycarbonat und Plexiglas. Ein wichtiges Kriterium, um nicht mit einer gut gemeinten Pflegeaktion die Sicherheit des Fahrzeugs zu beeinträchtigen.

Sauberer Innenraum. Ist notwendig. Die Innenraumreinigung ist keinesfalls nur eine Frage des persönlichen Sauberkeitsbedürfnisses, sondern in einigen Belangen ein echtes Sicherheitserfordernis. Beispiel Scheibenreinigung. Der Dunst, der sich über die Zeit von innen an der Scheibe als homogene, gräuliche Schicht ablagert, wird häufig „übersehen“, trübt aber den Durchblick und erhöht die Blendgefahr. Beispiel Sitzanlage. Die Reinigung von Polstern und Teppichen dient nicht zuletzt einem gesunden Innenraumklima. Zur Frühjahrskur gehört selbstverständlich auch die gründliche Reinigung der Fußmatten, in denen sich undefinierbarer Dreck von draußen gesammelt hat.

GTÜ-Tipp: Putzen Sie nie mit aggressiven Haushaltsreinigern. So genannte „Hausmittel“ eignen sich meist nicht, da sie in der Regel nicht hinsichtlich ihrer Materialverträglichkeit gegenüber Autos geprüft sind. Gummifußmatten mit Wasser gut spülen reicht normalerweise. Keinesfalls Cockpitspray verwenden. Unfall-Rutschgefahr!

Reifen wechseln. 
Nicht zu früh und nicht zu spät. Die Faustregel, Winterreifen von „Oktober bis Ostern“ zu fahren, ist nur bedingt richtig. Die GTÜ-Experten raten: Der Wechsel auf Sommerreifen sollte erst erfolgen, wenn garantiert nicht mehr mit Schnee- und Eisglätte gerechnet werden muss. Das ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich und manchmal auch erst nach den Eisheiligen im Mai der Fall. Andererseits fährt man mit Winterreifen bei Wärme bedeutend schlechter. Der GTÜ-Winterreifentest 2012 hat unter anderem gezeigt, dass die Bremswege mit Winterreifen bei Trockenheit gegenüber der Sommerbereifung wesentlich länger ausfallen: rund sieben Meter mehr bei der Bremsung aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h bis zum Stillstand.

Wenn es dann so weit ist, achten Sie beim Wechsel von Winter- auf Sommerräder auf die Profiltiefe. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm. Die GTÜ-Prüfer empfehlen jedoch aus Gründen der Verkehrssicherheit für Sommerreifen eine Restprofiltiefe von mindestens 3 mm.  (auto-reporter.NET)

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