15. März 2013

Für die Wüstenscheichs: Mercedes-Benz G 63 AMG 6×6

Diese Kombination ist einmalig: Ein Pick-up mit 6×6-Allradtechnik, 37-Zoll-Rädern, einem V8-Biturbo unter der Haube und einer mit Bambus ausgekleideten Ladefläche. Mercedes-Benz G 63 AMG 6×6 nennt sich das seriennahe Showcar, das über 400 kW / 544 PS verfügt und mit Geländeuntersetzung, fünf Differentialsperren, Portalachsen, Reifendruckregelanlage sowie Spezialfahrwerk ausgestattet ist. Das Gewicht des Luxusgefährts für Wüstenscheichs beträgt 3,85 Tonnen.

Bilder (4): Mercedes-Benz G 63 AMG 6×6

Der 5,5-Liter-AMG-V8-Biturbo-Motor bietet ein Drehmoment von 760 Newtonmetern und ist mit einem Speedshift Plus 7G-Tronic Automatikgetriebe gekoppelt, gepaart mit einem vorderen Antriebsstrang vom G 63 AMG und einem hinteren Doppeltriebstrang aus der 6×6-Version, wie er beispielsweise bei der australischen Armee zum Einsatz kommt. Das Antriebsmoment wird nach dem Schlüssel 30 zu 40 zu 30 Prozent zwischen Vorderachse und den beiden Hinterachsen verteilt, deren Räder einen Durchmesser von einem Meter haben. Auch die Portalachsen haben ihren Ursprung im militärischen Bereich und kommen erstmals in einem Zivilfahrzeug zum Einsatz. Im Unterschied zu herkömmlichen Starrachsen befinden sich hier die Räder nicht auf Höhe der Achsmitte, sondern liegen durch die Portalgetriebe an den Achsköpfen wesentlich weiter unten. Damit steigt beim G 63 AMG 6×6 die Bodenfreiheit auf 46 Zentimeter (G-Klasse Serie 21 cm) und die Wattiefe – oder besser Tauchtiefe – auf einen Meter (Serie 60 Zentimeter).

Das Fahrwerk basiert überwiegend auf dem Serienstand, lediglich die Schraubenfedern und Dämpfer wurden den geänderten Rahmenbedingungen des Dreiachsers angepasst. Auch bei den Federn konnten sich die Ingenieure im umfangreichen G-Klasse-Baukasten bedienen, der immerhin 15 verschiedene Federkennungen bereithält. Während die Vorderachse die verstärkten Federn einer gepanzerten Sonderschutzvariante übernimmt, hat die erste Hinterachse eine deutlich härtere und die zweite Hinterachse eine weichere Federrate. Die verstellbaren Gasdruck-Stoßdämpfer stammen aus dem Rallyesport.

Der G 63 AMG 6×6 ist knapp 2,30 Meter hoch, 2,10 Meter breit und 5,87 Meter lang. Der Radstand beträgt 4,22 Meter. Die Karosserie entspricht bis zu den beiden hinteren Türen dem Serienstand des vierrädrigen Modells. Besondere Merkmale sind die Blende mit den integrierten LED-Lichtleisten oberhalb der Windschutzscheibe und die Kotflügelverbreiterungen in Sichtkarbon ausgeführt – das hintere Ladeflächenmodul trägt einen markanten Edelstahl-Überrollbügel. Die Ladefläche ist mit besonders hartem und strapazierfähigem Bambusholz ausgekleidet. Die Tankkapazität liegt dank eines 63 Liter fassenden Zusatztanks bei insgesamt 159 Litern.

Der G 63 AMG 6×6 bietet innen ein exklusives Ambiente in Designo-Leder, entweder in Classicrot oder Hellbraun mit individuellen Kontrastziernähten und attraktiver Rautensteppung. Hinzu kommen vier elektrisch verstellbare, beheizbare und belüftete Einzelsitze, eine besondere Mittelkonsole im Fond sowie Alcantara-Verkleidungen für den Dachhimmel und die Karosseriesäulen. Die Rückwand zur Ladefläche wiederum ist beledert, ebenso das komplette Armaturenbrett. Ein Rear-Seat-Entertainment mit zwei Farbbildschirmen ist ebenfalls an Bord.

Bis dato sind vom G 63 AMG 6×6 zwei Fahrzeuge entstanden. Sie sind 160 km/h schnell. Zum Kraftstoffverbrauch macht AMG keine Angaben. Der AMG 6×6 wurde unter Federführung von Mercedes-Benz entwickelt. Die in Graz ansässige Entwicklungsabteilung ist das Kompetenzzentrum in Sachen G-Klasse und zeichnet sich für die Entwicklung und Serienbetreuung der Geländewagenbaureihe verantwortlich. Zudem ist das österreichische Graz seit 1979 Produktionsstandort aller zivilen und kommerziellen G-Klasse Fahrzeuge. Ob und wann die Entscheidung zur Kleinserienfertigung des Mercedes-Benz G 63 AMG 6×6 fällt, hängt von der Resonanz auf das Showcar ab. (ampnet/jri)

Concept Cars Allrad / AMG / Mercedes-Benz / Mercedes-Benz G 63 AMG / Pickup / V8 /

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