20. März 2013

Volkswagen kürt intelligentes Überbrückungskabel zur „Idee des Monats“

intelligentes Überbrückungskabel für VW Modelle

Ideengeber des Monats März: Christian Krähe und Matthias Thiemann halten das intelligente Überbrückungskabel in den Händen. Im Vergleich dazu auf dem Tisch ein kompletter Kabelbaum von einem Golf 7. Foto: Auto-Medienportal.Net/Volkswagen

Zwei Volkswagen Mitarbeiter des Vorseriencenters in Wolfsburg, Christian Krähe und Matthias Thiemann, haben mit ihrer Idee eines intelligenten Überbrückungskabels gezeigt, dass sie auf Draht sind: Ein handlicher Leitungssatz mit Steuerbox und Polklemmen im Wert von rund 300 Euro und mit einem Gewicht von 1200 Gramm sorgt dafür, dass Versuchskarosserien künftig einfach gebremst und gegen Wegrollen gesichert werden. Die aufwändige Montage von Kabelbäumen zur Ansteuerung der elektrischen Parkbremse entfällt. Volkswagen spart Entwicklungskosten von mehr als 1,1 Millionen Euro im Jahr.

Die Verbesserungsidee der beiden Familienväter aus dem Landkreis Helmstedt steht im Zusammenhang mit der Einführung des Modularen Querbaukastens (MQB) für Konzernmodelle mit quereingebauten Frontmotoren. Dazu zählt zum Beispiel der neue Golf, der serienmäßig mit einer elektrischen Parkbremse vom Band läuft. Diese Produktinnovation, die im Innenraum mehr Platz und Gestaltungsmöglichkeiten schafft, stellte den Versuchsbau vor eine technische Hürde. Hier werden häufig Teilkarossen aufgebaut, um beispielsweise Verbau, Funktion und Festigkeit von Karosserie-Anbauteilen wie Türen, Front- und Heckklappe zu erproben.

Kraftfahrzeugtechniker Christian Krähe erklärt: „Bei Arbeiten in Versuchswerkstätten müssen Prototypen bewegt, transportiert und auch verladen werden. Neu war dabei, dass die MQB-Teilkarossen ohne Leitungsstrang und Steuergeräte nicht brems- und feststellbar waren.“ Der gelernte Kraftfahrzeugschlosser und heutige Industriemeister Matthias Thiemann erläutert: „Die elektrische Parkbremse ist über einen zentralen Leitungsstrang und digitalen Datenaustausch (Can-Bus) mit einer Reihe von Steuergeräten und elektronischen Bauteilen zum Wegfahrsperrenverbund vernetzt.“

Beim neuen Golf wiegt ein Kabelbaum bis zu 20 Kilogramm und kostet als Prototypen-Einzelanfertigung mehrere tausend Euro. Stattdessen kommt jetzt ein autarker Leitungssatz mit Ansteuerungsbox für die elektrische Parkbremse zum Einsatz. Die handliche Kabelverbindung überbrückt Steuergeräte sowie elektronische Bauteile und steuert die Stellmotoren der Parkbremse direkt an den Hinterrädern an.

Kai-Uwe Semrau, Leiter Montage im Volkswagen Vorseriencenter, sagt: „Dank der Initiative unserer Kollegen haben wir in diesem Tätigkeitsfeld die Fixkosten halbiert sowie die Montagezeit um den Faktor 8 und die Materialkosten um den Faktor 35 gesenkt.“ Das Volkswagen Ideenmanagement hat die Initiative der zwei Mitarbeiter der Technischen Entwicklung heute als „Idee des Monats“ ausgewählt. (ampnet/deg)

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