15. April 2013

Razzia bei deutschen Auto-Importeuren in Südkorea

Die Koreanische und Deutsche Fahne

Koreanisch-Deutsche-Freundschaft? Foto: Archiv/ AutoReporter.NET

Zunehmende Handelshemmnisse für Importeure und Zulieferer in Südkorea verstimmen die europäische Autoindustrie. Nach einem Bericht der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche wurden in Südkorea die Räume des Importeursverbands KAIDA (Korea Automobiles Importers & Distributors Association) durchsucht. Die Korean Fair Trade Commission (KFTC) führte nicht nur beim Verband, sondern auch bei Audi, BMW, Mercedes, VW sowie Lexus Razzien durch. „Unsere Festplatten wurden kopiert“, berichtet ein hochrangiger Manager eines deutschen Autokonzerns in Korea der Zeitung. „Den Mitarbeitern wurde unterstellt, Händlern unsere Finanzierungskonzepte aufzudrängen.“ Beim Importeurs Verband suchte die KFTC nach Hinweisen, ob die dort organisierten 25 ausländischen Hersteller betrügerische Absprachen treffen, um ihren Marktanteil zu erhöhen.

Die europäischen Verbände laufen Sturm gegen vergleichsweise häufige Kontrollen oder nicht nachvollziehbare Geldbußen. „Die Autoindustrie in Europa hat registriert, dass einige koreanische Vorschriften seit dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens noch verschärft worden sind, anstatt sie wie vereinbart abzuschaffen“, sagte ACEA-Generalsekretär Ivan Hodac der Automobilwoche. Die ACEA ist die Dachorganisation europäischer Fahrzeugbauer. Die Vereinigung europäischer Zulieferer CLEPA sprach von „großen Schwierigkeiten“  in dem asiatischen Land, die nicht dem „Geist des Freihandelsabkommens“ entsprächen: „Wir sehen nicht, dass das Freihandelsabkommen unseren Mitgliedern dabei geholfen hätte, weiteres Geschäft mit OEMs in Südkorea zu gewinnen“, sagte eine Sprecherin.

„Mit den knapp neun Prozent Marktanteil der deutschen Hersteller in den ersten beiden Monaten 2013 tut sich die Regierung in Korea offenbar schwer“, sagte ein Brancheninsider der Automobilwoche. So plane die Regierung, koreanische Prüfnummern auf fünf sicherheitsrelevanten Teilen von Autos einzuführen – das würde vor allem für ausländische Hersteller teuer. Sie befürchten, dass es nicht bei fünf Teilen bleibt. (Auto-Reporter.NET)

Unternehmen Autoindustrie / Importeure / Südkorea / Zulieferer /

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.