17. April 2013

Versicherungsbetrug: Täter, Motive, Betrugsformen und -bekämpfung

Mercedes Geländewagen im Wasser„Abgeschnittener Finger: Zahnarzt bestreitet Selbstverstümmelung“; „Betrug beim Einbau von Autoscheiben“  – wenn solche Schlagzeilen durch die Presse gehen, handelt es sich um spektakuläre Fälle mit Verdacht auf Versicherungsbetrug. Sie erregen besondere Aufmerksamkeit, sind aber beim Thema Versicherungsbetrug nur die Spitze des Eisberges. „Versicherungsbetrug kommt in allen Schichten der Gesellschaft vor“, sagt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

„Knapp ein Viertel der Deutschen sind der Meinung: Das macht fast jeder, einmal die Versicherung übers Ohr hauen. Es wird als Kavaliersdelikt gesehen, ist aber strafbar“, so Fürstenwerth weiter. Besonders betroffen sind die Kraftfahrtversicherung, die Hausratversicherung und die Private Haftpflichtversicherung.

Die Folgen und Sanktionen des Betrugs werden von den Tätern jedoch unterschätzt. Diese reichen von der Kündigung des Versicherungsvertrages, über die Rückforderung bereits gezahlter Entschädigungsleistungen, bis zu Geld- und Haftstrafen.
Die Versicherungsbranche ist alarmiert. Sie geht davon aus, dass momentan jeder achte bis zehnte Verkehrsunfall in Deutschland typische Anzeichen einer Manipulation aufweist. Unfälle werden mit Bekannten abgesprochen, vorgetäuscht oder vorsätzlich herbeigeführt. Besonders skrupellos sind die sogenannten „Autobumser“, die ahnungslose Fahrzeughalter in einen Unfall verwickeln, um dann Geld von der Autoversicherung zu kassieren.

Der Versicherungsbranche zufolge liegt der Schaden, der durch Versicherungsbetrug in der Schaden- und Unfallversicherung pro Jahr entsteht, bei rund vier Milliarden Euro. Rund 2 Milliarden Euro entfallen auf die Kraftfahrthaftpflichtversicherung – ein Großteil davon verursacht durch Unfälle mit Vorsatz. (Auto-Reporter.NET)

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