29. Mai 2013

Spritverbrauch ist 25 Prozent höher als angegeben

Gegenüber den offiziellen Angaben der Hersteller liegt der wirkliche Verbrauch der meisten Automodelle weit höher – im Schnitt um satte 25 Prozent. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des International Council of Clean Transportation (ICCT). Zudem werde nur die Hälfte der in den Tests über die Jahre angegebenen CO2-Verbesserungen tatsächlich auf der Straße erreicht.

Ein Lenkrad eines Mercedes

Foto: Auto-Reporter.NET

Hauptproblem, so die Autoren, sei das Testverfahren, der Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ). Die Hersteller optimierten in diesen Tests ihre Autos, in dem sie spezielle Schmierstoffe und Reifen verwendeten, verbrauchsfreundlich schalteten und die Bremsen manipulierten, um den Rollwiderstand zu verringern.

Die Reaktion der Hersteller folgte prompt. Ein Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie (VDA): „Die Gegenüberstellung des Test-Zyklus mit der ‚Realität‘ ist wenig aussagekräftig. Dies ist ein von der Europäischen Union vorgegebener und zertifizierter Test und entspricht nicht dem Fahrprofil eines einzelnen Autofahrers. Die Autos werden nicht auf der Straße, sondern auf dem Rollenprüfstand getestet. Dass die Klimaanlage ausgeschaltet wird, ist beispielsweise Vorgabe der EU. Bei konstanten 80 Stundenkilometern kann ein Autofahrer die NEFZ-Werte durchaus unterschreiten.“

Im Prinzip also nichts Neues und dennoch aktuell, da die Europäische Union neue Grenzwerte für den CO2-Ausstoß festlegen will. Nach den bisherigen Plänen soll der Ausstoß des Kohlendioxids in der EU von derzeit 130 bis zum Jahr 2020 auf im Durchschnitt 95 Gramm je Kilometer für die Neuwagenflotte der Hersteller sinken, was einem Verbrauch von vier Litern auf 100 Kilometer entspricht.

Ginge es nach dem Umweltausschuss des EU-Parlaments sollen diese Werte dann durch einen neuen, realistischeren Testzyklus ermittelt werden. Da dieses Verfahren aber noch nicht festgelegt ist, wehrt sich die Auto-Industrie gegen eine vorschnelle Terminfestlegung für das neue Verfahren, dass nach dem Willen der Parlamentarier bereits 2017 eingeführt werden soll. 2020, so der VDA-Sprecher, sei eine faire Frist. (Auto-Reporter.NET/hhg)

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