3. Juni 2013

AUTOMOBIL Produktion: Daimler gerät wegen Leiharbeit weiter in die Kritik

Nach Vorwürfen wegen Lohndumpings hat der Stuttgarter Autobauer Daimler den Einsatz von Werkverträgen mit externen Anbietern verteidigt. Der Betriebsrat kritisiert diesen Trend.

Wilfried Porth Personalvorstand

Wilfried Porth.

Wilfried Porth: „Daimler kann es sich im internationalen Wettbewerb nicht leisten, in der gesamten Wertschöpfungskette Metalltarife zu zahlen.“ , sagte Personalvorstand Wilfried Porth den “Stuttgarter Nachrichten” (Samstag). Der Konzern müsse an seiner Wettbewerbsfähigkeit arbeiten und weniger Dienstleistungen selbst erbringen. “Das Instrument dafür sind externe Anbieter.”

Daimler war in die Kritik geraten, weil der Dax-Konzern nach Recherchen des SWR über Werkverträge an seinen Fließbändern Menschen beschäftigen soll, die ihr Gehalt demnach mit Hartz IV aufstocken müssen. Der Konzern hatte der Darstellung des Senders damals widersprochen. Der Betriebsrat des Autobauers kritisiert unabhängig davon, bei Werkverträgen zu wenig Einblick und Mitspracherecht zu haben.

Betriebsrat kritisiert Vorgehen des Konzern.
Der Konzern liegt deswegen mit seinem Betriebsrat im Streit. Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass im Unternehmen immer mehr Arbeit in der Produktion von Fremdfirmen übernommen wird. “Überall dort, wo es ums Kommissionieren, Auflegen und Abnehmen am Band geht, versucht Daimler mit Werkverträgen zu arbeiten”, sagt Daimler-Betriebsrat Michael Clauss. Solche einfachen Jobs ziehe das Unternehmen aus der Gruppenarbeit heraus, um Geld zu sparen, “das könnte um die zehn Prozent der Produktionsarbeitsplätze kosten.”

Unternehmen Autobauer / Betriebsrat / Daimler / Konzern / Leiharbeit / Wettbewerb / Wilfried Porth /

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.