3. Juni 2013

Glosse: Wahnsinn für den Fortschritt

Kommentar von Tim Westermann über die Rally Akropolis

Tim Westermann. Foto: Auto-Medienportal.Net

Die Rally Akropolis gilt als brutalste Schotter-Rallye des WRC-Kalenders. Wenn man einen sicheren Weg sucht, durch gezielten Materialmord einen Pkw zu zerlegen, sollte man die Akropolis-Rallye fahren. Da ist die Mülltrennung gleich mit inbegriffen, wenn sich der Wagen auf den Wertungsprüfungen nach und nach in seine Bestandteile auflöst.

Gleich zu Beginn werden die mit viel Profiltiefe gesegneten Reifen zu glatten Slicks verarbeitet. Parallel dazu fräsen Kieselsteine und Staub in kürzester Zeit den Lack von der Karosserie – wie ein Sandstrahler. Danach werden die leichten Anbauteile den gewachsenen Felsen und kantigen Gesteinsbrocken auf der Piste geopfert, bevor es dann mit „sanften“ Einschlägen an Felswänden und hartem Buschwerk auch noch den Teilen unter der Karosserie an den Kragen geht.

Wahnsinn. Und trotzdem halten die World Rally Cars das alles aus und fahren nach dem Service wieder wie aus dem Ei gepellt auf die Strecke, wo das ganze Spiel von vorn beginnt. Unglaublich, was ein Rallye-Auto wegstecken kann. Und die Mechaniker-Crews im Servicepark vollbringen bei der Instandsetzung in kürzester Zeit sogar so manches Wunder. Die gesammelten Erkenntnisse aus der Materialbelastung sind zudem unschätzbar wertvoll für einen Automobil-Hersteller. So schließt sich ein Kreislauf zwischen Motorsport, Technischer Entwicklung und Serienfertigung. (ampnet/tw)

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