18. Juni 2013

Benziner oder Diesel: Autofahrer müssen genau kalkulieren

FRau will ihren Wagen auftanken

Tanken. Foto: Auto-Reporter.NET

Faktoren wie Kraftstoffpreise, Anschaffungskosten oder Laufleistung entscheiden über den ökonomischsten Antrieb eines Autos. 48,2 Prozent aller im Jahr 2012 neu zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland werden von einem Dieselmotor angetrieben. Vor allem aus wirtschaftlichen bevorzugen immer mehr Autofahrer Dieselfahrzeuge anstelle von Benzinern. Ob der Diesel seinem Ruf als Sparmodell gerecht wird, hängt allerdings  extrem vom Einzelfall ab. Anschaffungspreis, Versicherung, jährliche Laufleistung und  nicht zuletzt der Preis für den Kraftstoff – diese Faktoren entscheiden, ob der Diesel  tatsächlich die günstigere Alternative zum Benziner ist. Autofahrer mit hoher jährlicher Fahrleistung und vergleichsweise großen Fahrzeugen fahren mit einem Diesel in der Regel besser. Kleinwagen-Kunden mit niedriger Fahrleistung sind mit einem Benziner oft besser bedient. „Abseits der klassischen Einteilung lohnt sich vor dem  Kauf  eines Autos  fast  immer  eine  genaue  Rechnung“, sagt Alexandra Müller, Leiterin der Preis-Abteilung von Aral.

Vier Faktoren beeinflussen die Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Kraftstoffe maßgeblich.

  • Kaufpreis: Ein entscheidender Faktor für den Vergleich der beiden Motoren-Konzepte ist die Differenz im Anschaffungspreis. Abhängig vom Modell verlangen viele Hersteller zum Teil deutliche Aufpreise für einen Dieselmotor. Deshalb lohnt es sich zu vergleichen und gegebenenfalls nach Modellen von Herstellern zu suchen, die nur einen geringen  Mehrpreis aufrufen. Im Extremfall spielt ein Diesel die höheren Anschaffungskosten  erst nach 40.000 Kilometern und mehr ein. Bis dahin haben sich viele Neuwagenkäufer  schon wieder von ihrem Auto getrennt. Die geplante Haltedauer spielt also ebenfalls  eine Rolle, da der Dieselkaufpreis umso mehr an Bedeutung verliert, je länger das Auto  genutzt werden soll.
  • Kraftstoffpreis: Vorteile bei den Kraftstoffkosten gleichen die stärkere Steuerbelastung, teurere Versicherungen und höhere Anschaffungskosten für Dieselfahrzeuge häufig aus. Der Preisvorteil gegenüber Super-Benzin (E5) lag 2012 an den 2.500 Aral Tankstellen bei durchschnittlich rund 15 Cent pro Liter Diesel. Dieser  Trend setzte sich in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres fort. Eine Garantie  für eine ähnliche Entwicklung in der Zukunft ist das jedoch nicht. „Eine zuverlässige  Prognose ist nicht möglich“, so Alexandra Müller: „Angebot und Nachfrage bestimmen den  Preis an der Tankstelle.“ Seit 2010 lag der größte Unterschied auf Monatsbasis bei mehr als 22 Cent, der geringste bei rund sieben Cent.
  • Verbrauch: Dieselfahrzeuge punkten vor allem durch einen vergleichsweise niedrigen Verbrauch – im Durchschnitt auf 100 Kilometern rund zwei Liter weniger als Benzinfahrzeuge. Deshalb gerät der Selbstzünder sogar bei gleichen Preisen für Benzin und Diesel nicht zwangsläufig ins Hintertreffen. Zuletzt gab es eine solche Preissituation an einigen Stationen im November 2008.
  • Laufleistung: Autofahrer sollten im Einzelfall auch prüfen, ab welcher Laufleistung  Dieselfahrzeuge wirtschaftlich rentabel sind. Der Umstieg auf Diesel kann sich schon bei einer jährlichen Fahrleistung von rund 10.000  Kilometern lohnen, wie Automobilverbände vorrechnen. Ab 15.000 Kilometern liegen Dieselfahrzeuge beim  aktuellen Preisvorteil für den Kraftstoff fast immer vorn. Am einfachsten lassen sich  diese Rechnungen mit Diesel-Rechnern im Internet anstellen. Anhand weniger Eingaben  zeigt sich dann, welcher Antrieb günstiger ist. (Auto-Reporter.NET)

Autokauf Anschaffungskosten / Autofahrer / Benzinauto / Dieselauto / Dieselmotor / Kraftstoffpreise /

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