25. Juni 2013

Elektronische Schilderbrücken auf Autobahnen erhöhen die Sicherheit

Elektronische Schilderbrücken auf den Autobahn für mehr sicherheit

Elektronische Schilderbrücke.

Wozu gibt es eigentlich intelligente Verkehrstelematik, die den Verkehr steuert? Helfen die Verkehrsbeeinflussungsanlagen tatsächlich, Staus zu verhindern und die Verkehrsströme gleichmäßig zu lenken? Viele Autofahrer haben so ihre Zweifel. Ihre Kritik: Die dynamischen Anzeigen seien zum Teil unverständlich und nicht nachvollziehbar, da sie wechselnde Geschwindigkeitsbeschränkungen angeben, die überflüssig erscheinen. Mitunter blieben die Anzeigen dunkel, weil sie schlichtweg ausgefallen seien. Und bei so manchem Autofahrer drängt sich der Verdacht auf, gerade die dynamische Geschwindigkeitsbeschränkung sei Ursache für Stau und Auffahrunfälle. Oder die zulässige Höchstgeschwindigkeit werde beschränkt, obwohl nach seinem Empfinden die Verkehrsstärke durchaus höhere Geschwindigkeiten zulassen würde. Verwirrend seien auch Wetterwarnungen, die mit der aktuellen, lokalen Witterung nicht übereinstimmen. Die damit verbundene Tempobeschränkung wird als Gängelung empfunden.

Vorurteile oder Wahrheit? Für den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) wirken telematische Verkehrsbeeinflussungsanlagen nachweislich positiv auf die Verkehrsqualität unserer Autobahnen. „Der DVR empfiehlt daher, weitere kritische Autobahnabschnitte mit solchen Anlagen auszustatten. Darüber hinaus sollte aber auch die Qualität der bereits bestehenden Anlagen überprüft und auf den heutigen Stand der Technik angehoben werden. Dementsprechend müssen auch die Regelwerke angepasst werden“, fordert DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. Besonders komme es darauf an, wie die Informationen für die Verkehrsteilnehmer nachvollziehbarer aufbereitet werden können. Auch die Vernetzung mit Navigationssystemen müsse optimiert werden.

Verkehrsbeeinflussungsanlagen erfassen die aktuelle Verkehrsbelastung und Umfelddaten. Die Verkehrsteilnehmer werden über Schilderbrücken oder Verkehrszeichen, die über oder neben den Fahrstreifen angebracht sind, informiert. Die Anlagen werden meistens rund um die Uhr überwacht und sind überwiegend für den automatisierten Betrieb ausgelegt. Daneben sind auch manuelle Eingriffe möglich und notwendig – besonders für die Sperrung von Fahrstreifen, die Warnung vor Unfällen oder die vorübergehende Freigabe des Seitenstreifens. „Die Wirksamkeit der Anlagen wurde durch diverse Untersuchungen belegt“, unterstreicht Dr. Eichendorf. Insbesondere bei hohen Verkehrsbelastungen sei zum Beispiel die Harmonisierung der Geschwindigkeit erfolgreich.

Bereits Mitte der 1970er Jahre wurden die ersten Streckenbeeinflussungsanlagen auf Autobahnen in Deutschland errichtet. In den folgenden Jahrzehnten konnte der Bestand auf rund 2.500 Kilometer Richtungsfahrbahnen erweitert werden. Das entspricht etwa zehn Prozent des gesamten Autobahnnetzes. Im Rahmen des Projektplans Straßenverkehrstelematik will das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) bis 2015 weitere 1.000 Kilometer Richtungsfahrbahnen und zahlreiche Knotenpunkte mit Verkehrsbeeinflussungsanlagen ausstatten.

Auch die EU-Kommission will mit ihrem ITS-Aktionsplan (Intelligent Transport Systems) einen Beitrag leisten, das Verkehrsgeschehen sicherer, effizienter und ökologischer zu gestalten. Die Verkehrsteilnehmer sollen aktuell, umfassend und leicht zugänglich informiert und der Verkehr dynamisch gesteuert werden. In Deutschland soll dies auf Grundlage des IVS-Aktionsplans „Straße“ (Intelligente Verkehrssysteme) erfolgen. (Auto-Reporter.NET)

Verkehr Auffahrunfälle / Autobahn / Schild / Sicherheit / Stau / Verkehrszeichen /

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