26. Juni 2013

Alte Reifen sind großes Sicherheitsrisiko

Alter Pkw-Reifen nach einem Verkehrsunfall.

Alter Pkw-Reifen nach Unfall.

Nach sechs Jahren beginnt sich der Lebenszyklus eines Autoreifens seinem Ende zuzuneigen. Das Material fängt an spröde und rissig zu werden, die Gefahr der Ablösung der Lauffläche steigt. Das Ausfallrisiko nimmt von diesem Alter an deutlich zu, wie Studien der Dekra-Unfallanalyse zeigen. Fällt der Reifen auf der Urlaubsfahrt auf der Autobahn aus, droht ein Unfall mit schweren Folgen. Von diesem Problem besonders betroffen sind alle Fahrzeuge mit geringer Jahresfahrleistung, wie zum Beispiel Wohnmobile, Wohnwagen, Anhänger, Cabrios oder wenig gefahrene Pkw.

Wenn wenig gefahren wird, haben überalterte Reifen oftmals noch ein zulässiges Profil von mehr als 1,6 Millimetern. „Ich kann nur eindringlich davor warnen, aus falsch verstandener Sparsamkeit zu lange mit dem Austausch alter Reifen zu warten“, sagt Christian Koch, Reifensachverständiger bei Dekra. „Ein Reifenausfall kann erhebliche Sach- aber auch Personenschäden zur Folge haben.“

Eine erhöhte Gefahr besteht insbesondere in den Sommermonaten, weil hier mehrere Risikofaktoren zusammentreffen, die den Reifen das Äußerste abverlangen: Starke Hitze, lange Autobahnfahrten und hohe Beladung. Vergisst der Fahrer vor solchen Einsätzen, den Reifenfülldruck an die erhöhten Belastungen anzupassen, kann es kritisch werden.

Gerade vor langen Urlaubsfahrten ist deshalb ein gründlicher Reifencheck aus Sicht des Experten ein absolutes Muss; im Übrigen ist der Check auch allen anderen Autofahrern anzuraten. Wie viele Jahre ein Reifen auf dem Buckel hat, können Autofahrer aus der DOT-Nummer an der Reifenflanke erschließen. Die Ziffernkombination 2506 zum Beispiel bedeuten, dass der Reifen in der 25. Kalenderwoche des Jahres 2006 produziert wurde. Ein so gekennzeichneter Reifen wäre damit schon sieben Jahre alt und sollte umgehend durch einen neuen ersetzt werden.

Ebenso wichtig ist die Kontrolle des Reifenfülldrucks, und zwar an kalten Reifen. Viele durch Reifendefekte verursachte Unfälle gehen auf das Konto von zu geringem Druck. Auch durch Schäden am Reifen wächst die Unfallgefahr. Stellt man Risse, Einstiche, Beulen oder ein einseitig abgefahrenes Profil fest, ist umgehend ein Fachmann zu Rate zu ziehen, der dem Problem auf den Grund geht. (ampnet/deg)

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