15. Juli 2013

Test: Kia Carens – Geräumiger Kompakt-Van in sportivem Blechkleid

Trotz der gegenwärtigen Absatzdelle in Deutschland wächst Kia als einer der wenigen Anbieter. Mit 29.041 verkauften Einheiten im ersten Halbjahr gab es bei einem durchschnittlichen Minus von 8,1 Prozent eine Zunahme um 4,8 Prozent. Weitgehend dem neuen Cee’d geschuldet, doch auch die erst seit Anfang Mai bei den Händlern stehende dritte Generation des Carens trug dazu bei. Gelang den Koreanern doch nun auch im Segment der kompakten Vans ein wettbewerbsfähiger Wurf.

Kia Carens 2013 Cockpit silberner Kia Carens von 2013 exterieurDer neue Carens hat zwar die Stärken seines Vorgängers – Funktionalität und Variabilität – übernommen, präsentiert sich aber in einem erheblich moderneren, sportiveren Blechkleid. Hinzu kommen leistungsstärkere und dennoch sparsamere Motoren, ein deutlich verbessertes Fahrwerk inclusive neu entwickeltem Sechsgang-Schaltgetriebe und ein attraktiver Preis. Die Grund-Version Attract mit dem 1,6-Liter-Basis-Benziner (99 kW/135 PS) ab 19.990 Euro dürfte zwar kaum gefragt sein, doch mit der Linie Edition7 erhält man bereits ab 21.490 Euro ein sehr umfangreich ausgestattetes Auto.

Dank vergrößertem Radstand noch mehr Platz
Mit 4,53 Meter ist der neue Carens um zwei Zentimeter kürzer geworden und doch geräumiger als sein Vorgänger. Möglich wurde dies durch einen um fünf Zentimeter verlängerten Radstand (2,75 Meter) und ein neues Innenraum-Konzept. Die Kabine wurde nach vorn erweitert, so dass die Basis der A-Säule jetzt über dem Mittelpunkt des Vorderrads liegt. Durch die weit heruntergezogene Frontscheibe in Kombination mit den in die A-Säule integrierten Seitenfenstern und dem tief positionierten Armaturenbrett hat der Fahrer jetzt eine erheblich bessere Übersicht.

Ansonsten strahlt der Innenraum Wohlfühl-Atmosphäre aus, ohne unnötige Spielereien. Die wichtigsten Instrumente liegen gut im Blickfeld des Fahrers und sind auch bei Gegenlicht noch gut ablesbar. Die Anordnung der Knöpfe und Schalter ist ergonomisch ohne Fehl und Tadel und die Bedienung erfolgt intuitiv. Die Vordersitze sind komfortabel und bieten eine ausreichende Sitzfläche und auch im Fond können es sich die Passagiere auf drei Einzelsitzen bequem machen. Die lassen sich zudem separat in Längsrichtung verschieben und verfügen über neigungsverstellbare Rückenlehnen.

Jede Menge Stauraum
In der dritten, optionalen 50:50 teilbaren Sitzreihe (750 Euro) geht es naturgemäß etwas beengter zu, zudem reduziert sich der Stauraum auf mickrige 103 Liter. Also sollte man sich gut überlegen, ob man die sieben Sitze wirklich benötigt. Wird die dritte Sitzreihe umgeklappt, entsteht aber zumindest eine ebene Ladefläche und das Ladevolumen steigt auf 492 Liter.

Der Fünfsitzer hat dagegen von Hause aus einen niedrigeren Boden und daher ein Fassungsvermögen von 536 Liter, das bis auf 1.694 Liter erhöht werden kann. Mehr dürfte in der Regel niemand benötigen. Angenehm: Da die Oberkante des hinteren Stoßfängers um 1,5 Zentimeter abgesenkt wurde, ist das Beladen einfacher geworden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche, groß dimensionierte Staufächer, darunter zwei Unterflurfächer im Fußraum der zweiten Sitzreihe.

Für den Vortrieb sorgte im Testwagen der kleinste angebotene 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer mit 99 kW/135 PS und einem maximalen Drehmoment von 165 Newtonmeter bei 4.850 U/min. Das ist bei einem fast 1,5 Tonnen schweren Fahrzeug nicht die Welt wie auch die technischen Werte – Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h, Sprint von 0 auf 100 km/h: 11,3 Sekunden – zeigen. Doch wer nicht gerade eine Rekordrunde auf dem Nürburgring absolvieren will, kommt mit dem Triebwerk in – fast – allen Fahrsituationen gut zurecht. Lediglich bei bergigen Etappen wird man sehr schnell daran erinnert, dass 135 Pferdchen bei derlei Arbeit auch einmal verschnaufen müssen.

Knackig schaltendes Sechsgang-Getriebe
Auch dank des neuen Fahrwerks mit MacPherson-Federbeinen an den Vorderrädern und einer neuen Verbundlenkerachse mit Drehstabfederung hinten, meisterte der 1,6-Liter-Carens nicht nur auf der Autobahn seine Aufgaben souverän, sondern auch auf kurvigen Landstraßen. Das neue Sechsgang-Getriebe ließ sich knackig schalten und die ebenfalls neue variable Servolenkung erwies sich ebenfalls als angenehm.

Unterm Strich: Mit dem Carens lässt es sich mit dieser Motorisierung gemütlich cruisen, doch auf flacher Strecke sich durchaus auch flott bewegen. Und muss dies nicht an der Zapfsäule bereuen, wozu auch das Start-Stopp-System beiträgt Der Normwert von 6,4 Litern auf 100 Kilometer wird zwar nicht erreicht, doch mehr als ein Liter mehr sollte es bei einer gewissen Sensibilität im Gasfuß nicht sein.

Umfangreiche Serienausstattung
Die serienmäßige Sicherheitsausstattung u. a. mit sechs Airbags, ESP, Traktionskontrolle, Berganfahrhilfe und Gegenlenkunterstützung ist für dieses Segment komplett. Weitere Helferlein wie Parksensoren hinten und vorn, Rückfahrkamera und elektronische Parkbremse kommen bei den höheren Ausstattungen noch hinzu. Und da Kia auch bei der serienmäßigen Komfort-Ausstattung nicht geizte, ist der Carens neben all seinen alten und neuen positiven Grund-Tugenden auch preislich ein mehr als faires Angebot . Zumal die 7-Jahres-Garantie, die beim Verkauf auf den neuen Halter übergeht, den Wiederverkaufswert erhöht. (auto-reporter.NET/Hans H. Grassmann)

Daten Kia Carens 1,6 GDI
Länge x Breite x Höhe (Meter): 4,53 x 1,81 x 1,61
Motor: Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer, 1.591 ccm
Max. Leistung: 99 kW/135 PS
Max. Drehmoment: 165 Nm bei 4.850 U/min
Durchschnittsverbrauch: 6,4l Super/100 km
CO2-Emission: 149 g/km
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 11,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Kofferraum: 536 – 1.694 Liter
Versicherung: HP: 15 / TK: 20 / VK: 19
Basispreis: 19.990 Euro

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