26. Juli 2013

Ernüchterne Crashtest-Ergebnisse in Südamerika

Max Mosley, der Vorsitzende der Non-Profit Organisation Global NCAP, hat die Vorstandvorsitzenden von Renault-Nissan, General Motors und Suzuki schriftlich aufgefordert, sich bei ihrer internationalen Fahrzeugproduktion an die UN-Mindeststandards für Sicherheit bei Unfällen zu orientieren. Neue Ergebnisse von Crash-Tests hätten gezeigt, dass beliebte von den Herstellern in Lateinamerika verkaufte Fahrzeuge ein unannehmbar hohes Risiko für Todesfälle und Verletzungen darstellen.

Nissan Tsuru (Automodell für Südamerika beim Crashtest

Ein Nissan Tsuru nach dem Crasht-Test. Foto: Global NCAP/Auto-Reporter.NET

In seinen Briefen bemängelt Mosley die instabile Bauweise einiger in Lateinamerika verkaufter Fahrzeuge, die in unabhängigen Crashtests null Sterne und null Punkte erhalten: „Global NCAP hat Bedenken, dass schwache Umsätze und zurückgehende Gewinne in den herkömmlichen Märkten Fahrzeughersteller veranlassen, in Schwellenländern unnötige Sicherheitsrisiken einzugehen,“ so Mosley.

„In unregulierten Märkten ist es für Fahrzeughersteller zu einfach, Produkte zu erzeugen, die für die Kunden Sicherheitsrisiken mit sich bringen. Wenn Vorstandsvorsitzende wissen, dass ihre Produkte nicht die weltweiten Sicherheitsstandards einhalten, sollten sie Verantwortung übernehmen und jetzt handeln. Das Leben eines Kunden in Lateinamerika ist nicht weniger wertvoll als das eines Kunden in Europa, Japan und den USA.“

Die Ergebnisse der Crash-Tests von Latin NCAP zeigten, dass Tsuru von Nissan, Clio Mio von Renault, Alto K10 von Suzuki und Agile von Chevrolet die Fahrzeuginsassen nicht ausreichend schützen. Sie werden ohne Airbags und mit Karosseriestrukturen verkauft, die bei einem Unfall auf die Fahrzeuginsassen fallen bzw. drücken. Die Crash-Tests dieser beliebten Einstiegsmodelle bieten ein äußerst negatives Bild.

Global NCAP schätzt, dass jährlich 20 Millionen Fahrzeuge die UN-Standards nicht erfüllen, und hat die Branchenführer aufgefordert, sich freiwillig zu mehr Sicherheit zu verpflichten. Die Organisation fordert die Hersteller auf, dafür zu sorgen, dass bis 2015 alle Fahrzeuge die internationalen Standards für Sicherheitsgurte (R16 and R14) sowie für Front- und Seitenaufprallschutz (R94 and R95) erfüllen. Bis 2020 sollen alle Fahrzeuge mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) und Schutzmaßnahmen für Fußgänger ausgestattet sein. (Auto-Reporter.NET/hhg)

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