10. August 2013

Wiedergeburt einer Legende: Erster Renn-911 wird von Grund auf erneuert

Porsche Classic 2013 Restaurierung

Porsche 911 vor Vollrestaurierung.

Erster Start, erster Erfolg: 1965 errang ein Porsche 911 den überraschenden fünften Platz im Gesamtklassement der Rallye Monte Carlo und wurde Zweiter in der GT-Klasse bis 2,5 Liter. Es war der erste 911, den Porsche offiziell in den Renneinsatz schickte. Jetzt steht der legendäre Rennklassiker vor seiner Wiedergeburt. Mit einer Komplettrestaurierung werden die Experten von Porsche Classic den 911 in den Ur-Zustand versetzen. Alexander Fabig, Leiter Porsche Classic: „Für uns ist die Restaurierung jedes Fahrzeugs eine Herzensangelegenheit. Die Arbeit an einem Fahrzeug mit dieser Historie ist jedoch eine ganz besondere Ehre für Porsche Classic.“

Schon bald nach dem Erscheinen des Porsche 911 dachte man im Werk an sportliche Einsätze. Drei Monate nach Serienanlauf, am 1. Januar 1965 wurde der Elfer als Grand Tourisme homologiert. Wenige Tage später starteten der Porsche-erfahrene Rennfahrer Herbert Linge und Versuchsingenieur Peter Falk bei der Rallye Monte Carlo. Ihre Chancen allein auf eine Zielankunft wurden von Experten als sehr gering eingestuft. Die Karosserie des ersten Rallye-Monte-Carlo-Einsatzwagens war weitgehend identisch mit dem Serien-Modell. Auffallend anders waren nur die fünf Zusatzscheinwerfer, von denen einer mitten über der Frontscheibe montiert war, und die große Startnummer 147 auf den Türen. Interessante Detaillösungen gab es aber auch. So besaß der rote 911 eine Art Vorläufer der modernen Gegensprechanlagen. Peter Falk: “Ich sprach in einen dicken Plastikschlauch, der direkt in Herberts Helm führte. Dieses Sprachrohr hat hervorragend funktioniert.“

Dank leichtem Tuning leistete der 2,0 Liter-Sechszylinder-Boxermotor 160 PS. Unter anderem waren polierte Einlasskanäle, andere Nockenwellen, Dreifachvergaser und polierte Saugrohre sowie ein anderer Abgasschalldämpfer für die Mehrleistung verantwortlich. Überdies hatte der „Monte-Elfer“ einen 100-Liter-Benzintank, größere Bremsen, eine kürzere Getriebeübersetzung, ein Sperrdifferenzial und ein modifiziertes Sportfahrwerk. Mit einem Leergewicht von nur 1.030 Kilogramm erreichte der erste Renn-Elfer rund 210 km/h Spitzengeschwindigkeit. Die spielte im Rallye-Verlauf allerdings nur eine untergeordnete Rolle: Es war eine der schneereichsten Ausgaben des Rallye-Klassikers, die 1965 zu meistern war. Lediglich 22 der 237 Fahrzeuge, die im Januar 1965 Richtung Monte Carlo starteten, kamen ins Ziel. Der erste Renn-911 wurde bei Porsche Classic im Kundenauftrag bis auf die letzte Schraube zerlegt, die wiederverwertbaren Teile aussortiert und die Karosserie vollständig entlackt. (Auto-Reporter.NET)

Motorsport Porsche / Porsche 911 / Porsche Classic / Rallye Monte Carlo / Rennklassiker / Rennwagen /

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.