6. November 2014

Auf Winterreifen muss auch auf nasser Straße Verlass sein

Eis und Schnee sind die eine, für die meisten Autofahrer unangenehme Seite des Winters. Die andere besteht aus starken Regenfällen, die zusätzlich die Freude am Fahren in der kalten Jahreszeit vermiesen – oft auch bei denen, die sich an den Spruch mit den beiden „Os“ erinnern und ihrem Fahrzeug zwischen Oktober und Ostern Winterbereifung gönnen. Den trotzdem passieren in dieser Zeit des Jahres fast doppelt so viele Unfälle mit Personenwagen auf nasser Fahrbahn wie im Sommerhalbjahr, 81 Prozent davon sind auf mangelnden Kontakt mit der nassen Straßenoberfläche zurückzuführen. „Dieser hohe Anteil verdeutlicht die große Bedeutung der Nasshaftung von Reifen, um das Unfallrisiko zu reduzieren“, erklärt Lars Hannawald von der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden. Das gilt auch für Winterreifen, wenn auch bei mehr als jedem Fünften von einem Pkw verursachten Unfall mit Personenschaden im Winterhalbjahr das Fahrzeug auf Sommerreifen unterwegs war.

Goodyear Ultragrip 9. Foto: Auto-Medienportal.Net/Goodyear

Goodyear Ultragrip 9.
Foto: Auto-Medienportal.Net/Goodyear

Ein wesentlicher Faktor für eine optimierte Nasshaftung von Winterreifen ist neben dem Profildesign die Zusammensetzung des Reifengummis. „Die Bestandteile moderner Winterreifen-Mischungen wie Polymere, Füllstoffe und Weichmacher sind inzwischen wesentlich effizienter und können besser verarbeitet werden“, sagt Saburo Miyabe, Reifenentwickler von Goodyear Dunlop in Hanau. Funktionalisierende Polymere verringern die innere Reibung des Reifens und verbessern somit den Rollwiderstand; Silica als Füllstoff, pflanzenbasierte Öle und Traktionsharze als Weichmacher sorgen für ein verbessertes Bremsen auf nasser Fahrbahn.

Welche Fortschritte bei den Mischungen in diesem Punkt in den vergangenen Jahren erzielt wurden, zeigt ein Bremsvergleich. Während ein Fahrzeug mit einem modernen Winterreifen aus Tempo 80 nach rund 33 Metern steht, benötigt das Fahrzeug, das mit dem gleichen Reifen, aber mit einer Mischungstechnologie von vor 20 Jahren ausgestattet ist, 41 Meter bis zum Stillstand. Während das Auto mit den Winterpneus mit aktueller Mischung bereits steht, ist das Fahrzeug mit den Reifen aus der Mischung von vor 20 Jahren noch mit 34 km/h unterwegs.

Seit November 2012 müssen die Hersteller von Autoreifen ihre Produkte in punkto Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Rollgeräusch in einem Label klassifizieren, wobei ihnen für die ersten beiden Eigenschaften sieben Güteklassen von A bis G zur Verfügung stehen. „Über 90 Prozent aller im Markt angebotenen Winterreifen weisen die Labelklasse C oder E auf“, erklärt Thomas Salzinger vom TÜV Süd. „Dabei beträgt der Unterschied des Bremswegs auf nasser Fahrbahn zwischen einem Reifen mit einem Mittelwert der Klasse C und einem Reifen mit einer Nasshaftung an der Untergrenze der zweitrelevantesten Labelklasse E mehr als 20 Prozent. Bei einer Vollbremsung aus 100 km/h können dies zehn Meter oder mehr sein.“ Wenn das Fahrzeug mit den C-Reifen von Tempo 80 auf Tempo 20 abgebremst worden ist, rollt der Wagen mit den E-Reifen noch mit einer Restgeschwindigkeit von über 38 km/h durch die Gegend.

„Durch diese um rund 20 km/h höhere Aufprallgeschwindigkeit wird das Verletzungsrisiko für die Fahrzeuginsassen deutlich erhöht“, erklärt Peter Schimmelpfennig von der crashtest-service.com GmbH. „Durchgeführte Crashtests auf der Basis der beiden Aufprallgeschwindigkeiten von 20 und 38 km/h zeigen zudem, dass an dem Fahrzeug mit der höheren Aufprallgeschwindigkeit ein erheblich größerer Sachschaden vorliegt.“

Die genannten Experten sprachen auf dem Goodyear Dunlop Winterreifen-Workshop 2014 für Journalisten in Grevenbroich, den der Reifenhersteller zum Anlass nahm, seinen neuen Goodyear-Winterreifen Ultra-Grip 9 vorzustellen. Dieser Pneu soll nicht nur bei Schnee über gute Brems-, Handling- und Traktionseigenschaften verfügen, sondern zudem gute Fahreigenschaften bei Nässe und trockener Fahrbahn sowie einen verbesserten Rollwiderstand gegenüber dem Vorgängermodell aufweisen. Der Ultra-Grip 9 ist das neuste Mitglied der Ultra-Grip-Familie, von der seit der Einführung 1971 mehr als 60 Millionen Winterreifen verkauft wurden. Er ist speziell für Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse entwickelt. Von Hans-Robert Richarz (ampnet/hrr)

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