1. Dezember 2014

Test: Nissan Note – Viel Platz für Familie und Gepäck

Vor allem im Gegensatz zu den südeuropäischen Ländern  wurde vor nicht allzu langer Zeit bei uns die Frage „Wie viel Auto braucht der Mensch?“ meistens mit „Die Kompakt-, besser noch die Mittelklasse muss es schon sein“ beantwortet. Abgesehen von Kultautos wie der Mini ließ man Polo und Co gerade noch als Zweitwagen für die Fahrt zum Kindergarten durchgehen. Eine Sardinendose, also ein Kleinstwagen meist asiatischer Provenienz, kam dagegen sehr selten auf die für die Kaufentscheidung so wichtige Shoppingliste.

 Der Nissan Note verfügt trotz kompakter Abmessungen über viel Platz. Foto: Nissan/dpp-AutoReporter

Der Nissan Note verfügt trotz kompakter Abmessungen über viel Platz. Foto: Nissan/dpp-AutoReporter

Angesichts immer höherer Kosten für Anschaffung, Reparaturen und Benzin hat sich das Kaufverhalten bei uns jedoch verändert. Natürlich auch wegen des erheblich größeren Angebots von relativ preiswerten, aber vor allem in Relation zu den Außenabmessungen viel Platz bietenden und besser ausgestatteten Modellen sind nun kleinere Fahrzeuge auch bei uns gefragt. Ein Vertreter dieser Generation der Raumwunder ist der Nissan Note.

Leicht quadratisch geformte Karosserie
Der 4,10 Meter lange Fronttriebler fällt nicht unbedingt wegen seines attraktiven Blechkleides auf, dennoch gibt ihm die leicht quadratisch geformte Karosserie mit einer abfallenden Dachlinie und einer nahezu senkrechten Heckpartie eine besondere, durchaus dynamische Note.

Entert man durch die weit öffnenden vier Türen den Innenraum, ist man von dem großzügigen Raumangebot positiv überrascht. Dank des langen Radstandes haben Fahrer und Beifahrer mehr als genügend Platz und auch im Fond können es sich zwei weitere Erwachsene bequem machen. Der Mittelsitz für den nominell fünften Passagier ist allerdings sehr schmal geraten, so dass ihn zumindest bei längeren Fahrten nur schlanke Jugendliche belegen sollten. Wird zudem die Rückbank um bis zu 16 Zentimeter nach hinten verschoben, ergibt sich selbst für große Mitfahrer Platz für die Knie wie in einer Limousine. Mit der Kopffreiheit hapert es allerdings.

Verschiebbare Rücksitzbank
In dieser Stellung beträgt das Ladevolumen 285 Liter. Bei ganz nach vorn gezogener Bank erhöht sich das Volumen auf 430 Liter und werden die Rücksitzlehnen ohne jede Mühe umgeklappt, passen sogar weit über 1.000 Liter hinein. Zusätzlich ist auch noch die Lehne des Beifahrersitzes umlegbar, so dass bis zu 2,40 Meter lange Gegenstände im Note transportiert werden können. Auch für das Gepäck ist also genügend Platz.

Die Instrumente hat der Fahrer – leicht erhöht sitzend – gut im Blick und die Bedienung benötigt nur eine kurze Eingewöhnung. Allerdings sind nicht alle Schalter aus ergonomischer Sicht ohne Fehl und Tadel angebracht. Das Lenkrad ist nur höheneinstellbar und die Sitze sind etwas weich und vor allem auf der Rückbank sehr konturlos. So wünscht man sich doch ein wenig mehr Seitenhalt ebenso wie ein besser verarbeitetes Hartplastik, bei dem die Kanten teilweise schlecht entgratet sind. Da merkt man eben doch, dass gespart werden musste.

Recht sparsamer 1,2-Liter-Benzinmotor
Für den Vorschub sorgte im Testwagen ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Motor. Das Triebwerk leistet 72 kW / 110 PS und besitzt dank Kompressor-Aufladung ein hohes maximales Drehmoment, was allerdings erst bei 4.400 Umdrehungen anliegt. Bei höheren Drehzahlen – wenn der Kompressor sich zuschaltet – ist also genügend Durchzugskraft vorhanden, im unteren Drehzahlband wünschte man sich dagegen mehr Dampf. Wenn man selbst bei leichten Steigungen nicht rechtzeitig zurück schaltet, verhungert man geradezu. Fleißiges Schalten ist also angesagt. Das Fünfgang-Getriebe ist gut abgestuft, so dass in Verbindung mit der allerdings nicht ganz zielgenauen Lenkung und einem ausgewogen, komfortabel abgestimmten Fahrwerk der Note nicht nur in der Stadt flott zu bewegen ist. Und das bei einem realistischen Verbrauch von gut fünf Litern auf 100 Kilometer.

Das Sicherheits-Paket ist für dieses Segment mit ESP und sechs Airbags komplett, eine wirklich umfangreiche Komfort-Ausstattung gibt es allerdings nur in den höheren Ausstattungslinien mit entsprechendem Preis-Aufschlag. Doch den Note gibt es schließlich auch mit dem schwächeren 1,2-Liter-Triebwerk mit 59 kW/80 PS ab 13.990 Euro und bietet nicht vom Komfort abhängigen Familien all das, was man sich als Autofahrer am meisten wünscht – mit großer Wahrscheinlichkeit sicher ans Ziel zu kommen. (dpp-AutoReporter/Hans H. Grassmann)

Daten Nissan Note 1.2 DIG-S
Länge x Breite x Höhe (Meter): 4,10 x 1,69 x 1,54
Motor (Bauart, Hubraum): Dreizylinder-Ottomotor mit Kompressor, 1.198 ccm
Max. Leistung: 72 kW / 98 PS
Max. Drehmoment: 147 Nm bei 4.400 U/min
Durchschnittsverbrauch: 4,3 l/100 km
CO2-Emission: 99 g/km
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 11,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h
Kofferraum: 285 Liter
Versicherung: HP: 14 / TK: 19 / VK: 17
Basispreis: 17.290 Euro

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